Donnerstag, 7. Mai 2009

ein frustrierendes Erlebnis - selber Schuld

Wie gesagt - nachher ist der Termin beim Orthopäden, und wie frau ja nun mal so ist, und das schon kennt mit Statusaufnahme und Neurologen-Ballett, dachte ich mir, tu uns allen was Gutes.

Also die Wanne voll heißen Wassers gemacht, schön mit Pflegeschaum, und hineingestiegen (Euro- und strompreisgeschädigte Bürger Duschen ja besser, da auch umweltschonender...) - und genossen!

Aber wie!
Und wie lange!!!!!

Ich bin nun mal leider nicht im Besitz eines Whirlpools, sondern nur so einer kleinen popeligen schmalen Badewanne.

Und als ich fertig war mit Genießen, wollte ich logischerweise wieder raus.
Ging nicht.

Die kleinen Gummifischchen, die dazu da sind, daß man nicht beim Duschen durch die Wanne segelt und an die Fliesen klatscht, rutschten selber weg, kaum daß ich mich mit einem Fuß drauf abstützen wollte.

Ja Rabiata, Du blöde Kuh - das hättest Du doch wissen müssen, daß man mit einem Arm aus so ner engen wanne nicht mehr rauskommt! Oder daß ich die Noppenmatte hätte reinlegen sollen!

Mein Gott - man stelle sich vor, ich hätte das letzte Woche gemacht - da würde ich ja jetzt schon 8 Tage drin liegen, denn das Telefon hatte ich natürlich nicht mitgenommen.

Also wie kommt frau mit einem Arm und nicht mehr Größe 36 aus so ner glatten Wanne raus????
Gar nicht!

Leichte Panik steigt auf und setzt Adrenalin frei.
Und Wut.
Beides wiederum zusammen aktiviert meinen Denkprozess.

Umdrehen! Auf die Knie und dann hoch!
Wieviel Schaumwasser kann ein Mensch trinken, bevor er kotzt?

Also das mit dem Knien klappt auch nicht, dafür schwappte es schön.

Wasser trägt doch - wieso mich nicht?
Nun, im Liegen tut es das ja, aber eben nicht beim Aufstehen.

Ich komme mir langsam vor wie ein gestrandeter Wal - aber die haben wenigstens Retter, die sie immer wieder drehen... aber ich? Kein Retter weit und breit!

Apropos gestrandeter Wal - dann laß ich doch das Wasser einfach ab!

Und dann die Beine übern Wannenrand und mit dem linken Arm hinter mir abstützen und versuchen, das Hinterteil vom Boden irgendwie auf den Wannenrand zu bringen - Herrje - jetzt weiß ich, WO mein Hauptgewicht liegt!

Geht also auch nicht, und ich bin froh, daß die Wanne noch naß und rutschig ist, denn sonst hätte ich schon alle möglichen blauen Flecken, aber so rutscht es halt nur. So müssen sich die Wok-Rutscher fühlen, wenn die durch die Eisbobbahn schliddern. (Stefan Raab-Spezialität)

Aber sie ist jetzt nur noch naß und somit leer (bis auf den Wal).
Wenn ich lange genug sitzen bleibe, hungert sich der Speck ab und ich komme vielleicht besser hoch - aber bis dahin ist auch das Alien verhungert.
Ich muß hier raus!!!!

Also mit dem linken Arm das Handtuch vom Waschbecken gehangelt, auf dem Wannenboden ausgebreitet, dann klappt es plötzlich auch mit dem Umdrehen und irgendwie wuchte ich mich plötzlich auf die Füße.

Na also. Geht doch! Bin jetzt aber richtig stolz auf mich!
Und das mußte ich Euch noch schnell schreiben, weil die Eindrücke noch so frisch sind, bevor ich mich Richtung Orthopäde aufmache.

Kommentare:

  1. Na Gott sei Dank konntest du dich selber retten! Es heißt ja auch nicht umsonst: dumm darf man sein, man muss sich nur zu helfen wissen. ;-)
    Ich drücke die Daumen für den Termin.
    Liebe Grüße,
    Eva

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  2. So isses.... Und Daumendrücken hat geholfen!
    Danke!
    mo

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  3. mo, sorry, aber ich hab mich vor lachen nicht mehr halten können. Dabei war es für dich sicher nicht lustig. Aber so wie du schreibst, ja, da kann man nicht anders.
    Ich liebe es deine Beiträge zu lesen.

    Knuddi
    Heike

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  4. Heike - ich eigentlich auch nicht, obwohl ich stinkesauer war und eine ziemliche Panik, da nicht mehr rauszukommen.
    Deswegen mußte ich das ja gleich aufschreiben... und dabei kam ich selber aus dem Grinsen nicht mehr raus.

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  5. Ach, du liebe Mo - was habe ich gelacht! Obwohl - im Moment war's für dich ja überhaupt nicht lustig, erst im Rückblick, gelle?
    Ich darf aus Versicherungsgründen nur noch baden, wenn eine Pflegeperson oder mein Partner bei mir ist (der Rücken, das halb gelähmte linke Bein eben). Manchmals mach ich's trotzdem auch, wenn kein Schwein da ist. Aber das Telefon habe ich immer in der Nähe (Nachbarin hat den Schlüssel für Notfälle).
    Keep smiling ;-)
    Katarina

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  6. Doch, Katarina - ich kann Tränen vor Schmerz oder Wut heulen und trotzdem lachen, wenn ich die parallel zu den Emotionen laufende Situationskomik erkenne.
    Und ich denke, das kannst Du eben auch.
    Und das macht uns stark, gelle?
    (auch wenn wir gerne schmusig auf den Armwollen...)

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Hier freue ich mich über Eure Kommentare...

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