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Mittwoch, 6. März 2013

Dass ich...

... eine unterschwellige Liebe zu unseren eidgenössischen Nachbarn habe, ist manchem bekannt.

Hauptsächlich liegt es wohl an den Menschen, die ich in den letzten 10 Jahren habe kennenlernen dürfen und aus den daraus resultierenden Freundschaften als aber auch aus diesem wunderschönen kleinen Land.

Und es kommt auch noch viel Spaß bei den Begrifflichkeiten dazu  - in der deutschsprachigen Schweiz - also natürlich wird dort Schwytzerdeutsch gesprochen bis hin zur völligen Unverständlichkeit für norddeutsche Ohren, aber ich meine das jetzt nur in Abgrenzung zur italienischen oder französischen Schweiz.

Keine Ahnung. ob es den Italienern oder den Franzosen ebenso ergeht wie dem Deutschen, was die Verständigung zwischen den unterschiedlichen Dialekten / Sprachlichkeiten angeht....???

Jedenfalls, wenn ich im Berner Land bin und die legen so richtig ursprachlich los, bleibt mir nur noch ein hilfloses Lächeln - aber das ist ja nicht schlimm, denn alle amüsieren sich königlich und irgendjemand übersetzt es mir dann.

Zumindest werde ich verstanden mit meinem Hochdeutsch.... *lach*

Und ich werde es nie vergessen, als ich mit Freundin Briggi und ihrem Mann in den örtlichen Gasthof ging (LECKER!!!!!) und der Wirt die beiden - und dann auch mich - begrüßte und ich sprachbegeistert mit einem fröhlichen "Salü!" zurück grüßte...

Ja woher sollte ich denn wissen, dass man "Salü!" nur zu jemandem sagt, mit dem man sich duzt?

Der Wirt verhielt sich charmant irritiert. grüßte dann ebenso zurück und ich erhielt danach die Aufklärung von Briggi.
Was der Stimmung absolut keinen Abbruch tat - wass soll's denn auch, wir befanden uns doch eh knapp über 1000 Meter hoch oder so....;-))) (und ab da darf man Duzen...)

Warum ich überhaupt darauf komme - habe heute weiter das Netz nach Inspirationen durchforstet und stieß dabei ganz zufällig auf eine (völlig andere) Anleitung zu einem:

 Gschwellti-Säckli
Beispiel / Quelle: http://www.fivecats.ch/seite15.html
Was zum Teufel ist denn nun ein Geschwollener Sack?

Auf jeden Fall ist das ein Säckchen zum Warmhalten von Kartoffeln.
Angeblich für's Raclette.

Also ich kenne ja solche Behältnisse zum Warmhalten von Frühstückeiern, aber nun bin ich neugierig.
Und auf der Google-Akademie habe ich nun auch gelernt, dass es auch Raclette mit Kartoffeln gibt....

Aber was heißt denn nun Gschwellti????

Montag, 28. November 2011

in "fremder" Sache .... Weihnachtsweg...

na ja, nicht fremd - im Gegenteil, befreundet!

Sprich - meine Freundin Briggi aus der Schweiz hoch über dem Thuner See in Heiligenschwendi hat nun endlich ihre weiteren Arbeiten zum "Weihnachtsweg" fertig und die Eröffnung war gestern, also am 27.November 2011.

Ich habe es letztes Jahr ja selbst miterleben dürfen, wie toll ihr dabei die Damen aus dem Frauenverein geholfen haben  - und nicht nur die, auch die Männer haben ordentlich mitgearbeitet!!!



Ich hab auch ein wenig mitgewirkt, aber eher mit der Kamera auf der Nase....*looool*

Letztes Jahr wurde der Weihnachtsweg unter Briggis Leitung und mit ihren Figuren völlig neu gestaltet.
Und dieses Jahr nun um einiges erweitert.

Ich kann Euch nur sagen - es lohnt sich!

Hier mal ein paar Links dazu:

http://www.lifeportal.ch/ausflugsziele/weihnachtsweg-heiligenschwendi

http://www.heiligenschwenditourismus.ch/bilder/weihnachtsweg_2011.pdf

Montag, 22. November 2010

Es ist geschafft....

und ich bin geschafft...
und Briggi sicher auch...

Die Perücke.
Für den Weihnachtsweg.
Oder besser für die noch kahle Maria...

Es hat mich 4 Anläufe gekostet, bis das Teil im 5. Gang endlich fertig war.

Erst wollte ich sie knüpfen.
So voller Wahnsinnsvorstellungen von dünnem, langen, schwarzen Garn... mit einer 1er Häkelnadel...
das hab ich dann aber bald bleiben lassen.
Verständlicherweise.

Also guckte ich das Gaze-Käppi immer wieder mal an und dachte mir, dass mir schon was einfallen wird - vor allem erst einmal dickere Wolle.
Schließlich sitzt die Maria in einem Stall und nicht auf einem Galaempfang.

Nur die dicke Wolle war zu dick für das Gaze-Käppi.
Mangels Kopf musste eine Garnkone herhalten, auf die das Käppi, das ich dem Original abgeformt hatte, passt.

Beim 2. Anlauf habe ich dann ein Band gehäkelt und dort die Haare drangeknüpft.
Das war es aber auch nicht.

Längere Pause gemacht und mich mit den schönen Dingen des Lebens beschäftigt.

Beim 3. Anlauf holte ich dann die Haspel aus dem Keller (das ist ein Vorrichtung zum Wolle Auf oder abspulen), stellte den Umfang ein und drehte, was das Zeug hielt.
Es war etwas sehr umständlich, da diese wunderschöne alte Buchenholzhaspel nur zum Abspulen gedacht ist (also den Wollstrang herumlegen, Fadenanfang nehmen und Knäuel wickeln, die Haspel dreht sich dabei von alleine durch den Zug am Faden).
Ich musste das nun umgekehrt machen, was natürlich höchst dämlich war.

Omamo kam schon gar nicht mehr zum Häkeln vor lauter Lästern.

Eine längere Schaffenspause, was den Perückenbau anging, war dringend notwendig.

Also 4. Anlauf - vierbeinigen Hocker verkehrt herum auf einen Stuhl gestellt und Faden um die Hockerbeine gewickelt - auch ein Job für straffällig Gewordene. Immerhin schickte Briggi jetzt schon ganz dezent Fotos einer glatzköpfigen frierenden Maria vor eine leicht verschneiten Bergkulisse...

Auf dem Sofa saßen mittlerweile Rabiata, Alien und May, omamo im Ektorp, und alle waren am Feixen.

Endlich war genügend Strang gewickelt, ich band ihn 2x ab und durchschnitt ihn 2x - ja und nu?
Habt Ihr schon mal versucht, ein Wollbündel so auszubreiten, dass sich so was wie eine lange Fransenreihe, dicht an dicht ergibt?
Oder so was dann gar irgendwo aufzunähen????

Ich schon.

Omamo gab derweil ne Tüte Chips für die Zuschauer aus.

Ich verbannte alles in die hinterste Ecke, pflegte meine zunehmende Perücken-Maria-Weihnachtsweg Allergie und stellte mir höchstpersönlich den gestrigen Sonntag als letzten Termin.

Und dann gab omamo mir endlich einen Tipp (die blöde Kuh, hätte sie doch gleich machen können!!)

"Wickel die Wolle auf Styropor, du hast da doch so eine dicke Platte stehen, mach nen Klebestreifen drunter und passt das auch! Breit wie lang!"

Gesagt, getan - gewickelt
vorsichtig abgelöst und nochmal Sicherungsstreifen geklebt und ab gehts unter die Nähmaschine
Dann Anprobe erste Haar-Reihe
Die weiteren Reihen genauso gemacht
Hier mal mit dem Mittelscheitelteil
Und heute morgen fest verpackt sind Marias Haare ab in die Schweiz...

Briggi, ich danke Dir für Dein unerschütterliches Vertrauen und Deine Geduld!!

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Haarlos in Heiligenschwendi....

Ich bin ja echt sauer auf omamo.

Da liegt die Schweiz - zumindest in dieser Höhe - schon voll im Schnee, und die Maria, der dann verkündigt werden wird, dass sie Mutter wird, hat immer noch keine Haare.

Das geht ja nun gar nicht.

Was aber unheimlich gut geht, ist die Art und Weise, wie die Briggi die omamo daran erinnert, mal endlich "in die Pötte" zu kommen (so sagen die Norddeutschen) - mit einem Foto!

OK - es ist ja noch Zeit ... so von außen betrachtet... aber natürlich blöd, wenn alle anderen schon fertig sind und Maria am Kopf friert.

Briggi - ich habe omamo den Kopf gewaschen (boah, hat die gequäkt!!!) und sie hat mir versprochen, dass am Wochenende (spätestens Montag) die Haare auf den Weg in die Schweiz sind!

(Für die "Outsider": es geht um eine Perücke aus Wolle....)

Montag, 20. September 2010

Der Weihnachtsweg ... (= Wiehnachtswäg auf schwyzerisch)

im Berner Oberland... oben in Heiligenschwendi hoch über dem Thuner See...
05.12. 2010 - 06.01.2011

nein, er kostet nichts.
und er kann ab 05. Dezember jeden Tag begangen werden, wobei es an den Wochenden noch ein wenig zusätzliche Beköstigung gibt, sofern man möchte (die kostet dann aber ein bisserl ;-))
Noch steht die offizielle neue HP nicht, aber Ihr könnt Euch bei Briggi, die die künstlerische Leitung des Projektes hat, über mich im Kontaktformular erkundigen bzw. dort kann ich den Kontakt knüpfen.

Der Weihnachtsweg wurde nämlich vollkommen neu gestaltet, da die alten Veranstalter ihre Tätigkeit eingestellt haben.

Damit mussten auch alle Figuren neu modelliert werden...

Glaubt mir, ich war im August eine kleine Weile dabei und durfte erleben, wie die Briggi zu Hochform auflief, was die Charaktere der biblischen Geschichte anging (jeder Kopf, den sie modellierte, sagt wirklich etwas aus), wie die Damen des Frauenvereins engagiert und begeistert begannen zu benähen, was die dazugehörigen Männer vorher an von Briggi vorgegebenen Körpergestellen zusammen gesägt, geschmiedet und geschraubt haben (es war eine eindrucksvolle Nacht-Aktion).

Es war einfach nur toll, dieser Zusammenhalt, dieses gemeinsame Arbeiten, lachen, versuchen, zeigen, entdecken....

Ich selbst war eigentlich mehr oder weniger nur mit dem Fotoapparat dabei (wobei ich einen gewissen Berner Oberlandbären todesmutig bis auf's Blut gereizt habe, denn diese Spezies ist absolut kamerascheu, auch wenn sie noch so gut aussieht... leider...)

Gut, ich habe mich als deutscher Touri mit eingebracht und werde die Perücke von Maria, da wo sie auf der Lagerstatt sitzt, knüpfen oder nähen - ich weiß es noch nicht - auf jeden Fall werden die Haare bis zur Hüfte gehen...

Und ich habe zwei wunderbare uralte weiße Leinenhemden geschenkt bekommen, nachdem ich meine Begeisterung dafür nicht anstandshalber unterdrückt hatte.

Und ich habe Menschen kennenlernen dürfen, die eigentlich da oben am Berg ihr eigenes Leben leben (zu Recht!) aber sich mir geöffnet haben, weil ich halt irgendwie ein wenig akzeptiert wurde - so als Briggi's Freundin und da macht dann das Fremdsein auch nicht mehr so viel aus -
und siehe da, es hat beidseitig geklappt!

Und so möchte ich auf diesem Wege noch einmal allen Mitwirkenden mein "salü!!!" (ja, ich weiß, oder besser, ich habe gelernt ;-)) das ist die "Du"-Form) sagen - aus vollem Herzen, denn es war eine wunderbare und viel zu kurze Zeit, aber sie hat mir so viel gegeben!

Und ja - ich würde den Weihnachtsweg gerne gehen und sehen, wie schön die einzelnen Sujets (= Stationen) in Scene gesetzt wurden - vielleicht klappt es ja, ansonsten hoffe ich, dass die neue Internetseite hier genügend Bildmaterial offeriert.









Also, Ihr Schweizer, die ihr das hier lest und vielleicht auch mit mir befreundet seid und nicht allzu weit weg wohnt - geht mal gucken!!!
Es lohnt sich!

Donnerstag, 19. August 2010

Heidi und das Alien....

ich muss es jetzt doch einmal erzählen.

Zumal es Heidi (einer Freundin aus der Schweiz) gelungen ist, hier einen Kommentar zu meinem Posting "Alien und May..." hinterlassen. (Für Nichtblogger oft ein Riesenproblem)

Also...

2002 oder 03, ich weiß es nicht mehr so genau (eher wohl 2003??) beschloss ich, meine zunehmende Lethargie damit zu kurieren, dass ich einfach künstlerisch-kreativ wieder etwas mache.

Da ahnte ich ja gottseidank noch nicht, dass ich mich mitten in einem sich chronisch etablierendem Burnout befand - ja wie denn auch.

Also trickste ich meine Antriebsarmut per Internet aus und fand - wieso auch immer - einen "Schmuckkurs" in der Schweiz.
1600 Meter hoch auf dem Gitschenen über dem Vierwaldstätter See.
Eine traumhafte Unterbringung, phantastische Verpflegung und ein Superkurs!!!
Über die Serpentinen direktemang über dem See, die ich durchleiden musste, um endlich zur Liftstation zu kommen, schweige ich mich lieber aus. Ich habe sie übrlebt. Rauf wie Runter.
Trotz entgegenkommendem Postbus bei Runter.

Nicht nur, dass ich Briggi "wiedergefunden" habe bei diesem Kurs - nein, da war auch noch so eine ältere Lady aus Zürich, die sich tierisch darüber aufregte, dass ich einen Hund!!!! dabei hatte.

Wieso - ist das Alien eigentlich wirklich ein Hund????

Auf jeden Fall durfte das Alien immer schön auf einem extra Hocker bei allen Schleif- Schweiß- und sonstigen Arbeiten dabei sitzen - sehr zum Missfallen dieser Schweizer Dame.

Wir feindeten uns also fröhlich die ganze Woche an - sprich, wir fanden uns gegenseitig arrogant, intolerant und eben doof.

Dann kam der letzte Kurstag, und eben jene Dame hatte es sich in den Kopf gesetzt, uns allen ein Glas Sekt zum Abschluss auszugeben.

OK, ich bin ja kein Spielverderber, und die Woche war eh rum, normalerweise hätte ich ja von ihr nicht einen Tropfen angenommen - aber was soll's. Keep smiling.

Und während wir unsere Gläser hoben und auf unseren Goldschmied anstießen, machte sich das Alien unbemerkt vom Stuhl.
Ich weiß ja, dass es ein kleiner Diplomat ist und seine Fähigkeiten als Therapiehund hat er bei zig meiner damaligen Patienten schon bewiesen.

Aber ich achtete eben nicht auf es, sondern hob mein Glas wie alle anderen und wir tranken einander zu - und plötzlich - ein heller Jauler.
Nervzerreissend.
Auuuuuuuuuuuuuaaaaaaaaaa!!!!!!!!!!!

Die Hundehasser-Frau aus Zürich schrie ebenfalls auf -
sie hatte einen Schritt zurück getan und war dem Alien, was hinter ihr stand, voll auf die Pfote gestiegen.

Und jetzt passierte ganz etwas seltsames - sie hatte ein schlechtes Gewissen.
Und es war ihr so oberpeinlich.
Und das Alien saß da wie ein kleiner, komprimierter und scheinbar hilfloser Vorwurf.

Ich war überhaupt nicht böse, denn das Alien müsste eigentlich wissen, dass so etwas passiert, wenn es sich ständig an den Hacken der Menschen herumtreibt.

Also trösteten wir uns gegenseitig, und mit einem mal erkannte Heidi, dass sie keine Angst vor dem Alien haben musste - im Gegenteil.
Und ich erkannte, dass eine Phobie eben eine Phobie ist, irrational aber eben real.
Und mancher Mensch eben einfach so reagieren muss.

Und Heidi streichelte das Alien, und das Alien fand das dann alles ganz toll, weil so doll war der Tritt wohl doch nicht gewesen.

Seit dem mag Heidi das Alien und ich die Heidi.
Und die Heidi mich auch.

Und deshalb freue ich mich auch so ganz besonders, dass Du einen Kommentar hinterlassen hast.

Und verspreche, das nächste Mal bei Dir in Zürich einen Stop einzulegen!!!

Sonntag, 15. August 2010

Urlaub in der Schweiz - (3) Besuche und Rückfahrt

Die Woche bei Briggi ist wirklich verflogen - und es ergab sich einfach nicht anders, als dass ich erst am Sonntag bei Rolf und Dodo vorbeikommen konnte, und Montag würde es dann schon wieder langsam Richtung Norden gehen.

Dank Miss Medion (meiner Navi-Dame) habe ich die beiden auch völlig einfach gefunden - ich wundere mich doch immer wieder, wie zuverlässig sich die Dame selbst im "Ausland" auskennt.
Das einzige, was sie nicht so drauf hat, sind enge Bergstraßen irgendwo hoch oben - da kann es dann schon mal passieren, dass sie meint, ich müsse jetzt!!! scharf links!!! abbiegen, was ich aber tunlichst ignoriere, denn mir ist nicht so nach dem freien Fall in tiefe Schluchten...

Auf jeden Fall war der Besuch bei den beiden herzerfrischend, und auch hier war es wieder erstaunlich, wie offen man miteinander umgeht, obwohl man sich doch erst nur ein wenig virtuell kennt...
Bei der Gelegenheit drücke ich Euch noch mal ganz dolle, so aus der Ferne...

Ja, und am Montag ging es dann endgültig los.

Briggi meinte, ich solle doch lieber links am Thuner See entlang fahren, die Strecke sei einfach einmalig schön, aber Miss Medion hatte anderes mit mir vor und lotste mich quer durch Thun, an Rolf vorbei - ob die wirklich weiß, wo ich hin will?

Der Thuner See lag links von uns, die Berge kamen immer näher, dauernd las ich "St. Gotthard" und andere Namen, die Richtung Italien wiesen - Aber die Sonne schien, Willi's Dach war voll aufgekurbelt, der See nahm kein Ende und glitzerte in karibischem Grün - na und, wenn Miss Medion meint, wir sollten noch einen Abstecher nach Italien machen - ich war schon lange nicht mehr im Tessin, also fahre ich doch einfach mal so vor mich hin und lass mich einfach überraschen.

Nach Interlaken kam der nächste grünglitzernde See, und dann machten wir kurzentschlossen in Brienz Halt, gingen ein wenig am Ufer spazieren und genehmigten uns ein kleines Mittagessen (klar bekam das Alien was ab!).
Und weil es so traumhaft schön war, beschloss ich, auf der Landstraße weiter zu fahren und Miss Medion schaltete mit.
Weiter ging es über den Brünigpass - also musste Miss Medion doch richtig berechnet haben, denn Briggi hatte davon gesprochen.Hier muss ich mal einfügen, dass ich - wohl als schleichende Flachlandkrankheit - mittlerweile an extremer Höhenangst leide. Da hilft es auch gar nichts, wenn ich mir vorbete, dass das alles nur psychisch ist.
Und da hilft mir nicht einmal mein Faraday'scher Käfig (=Willi) - ich darf einfach nicht nach unten gucken, sobald ich am Steuer sitze. Als Beifahrer bin ich da viel mutiger.

Also sitze ich wie Oma Krawuttke hinterm Steuer festgeschweißt, den Blick starr auf den Straßenverlauf gebannt, den Körper sichtbar Richtung Berg gelehnt und auf den Tacho guck ich nicht - ist mir zu peinlich.
Vor allen Dingen dann nicht, wenn ich an der Talseite fahren muss... und da geht's dann runter... und runter...

Ach menno, die sollen mich mal im Flachland erleben!!! Da bin ich richtig gut!!!

Es ist nicht aufbauend, wenn frau bergab von Radfahrern (die mit den strammen Wadeln) überholt wird!!!
Bergauf kann ich mich ja noch immer rausreden, dass ich den Radler nicht gefährden will...

Egal, ich hab's geschafft, den Brünig-Pass, und weiter ging's an weiteren Seen - alle karibikgrün - bis nach Luzern, und dann weiter an Küssnacht und Einsiedeln vorbei bis zu Katarina.

Miss Medion lief zu Hochform auf - ohne sie würde ich immer noch schmale Bergstraßen üben - und plötzlich standen wir vor einem kleinen Hexenhäuschen in einer wunderschönen Berglandschaft - es war umwerfend!
Katarina nahm mich auf wie eine uralte Freundin, und wir schwatzten, was das Zeug hielt - und sie führte mich zum Essen aus an den Wägitaler Stausee - ebenfalls grün - ach menno, es war einfach nur schön.

Danach, wieder im Hexenhäuschen, entdeckte ich 2 dicke!!! Spinnen - die eine, schwarz, gegenüber der Eingangstür, die andere, weiß!!, im Wohnzimmer.

OK - ich habe eine Spinnenphobie, die sich aber mittlerweile auf eben so dickleibige Viecher reduziert hat.

Und trotzdem ließ es mir keine Ruhe - ich habe noch nie eine fette weiße Spinne gesehen.
Also bin ich hin, um mir das Monster trotz allem anzusehen.
Und ich stellte fest, dass ich zwar sehr vorsichtig und distanzbewußt war, aber mich nicht ekelte.
Wahrscheinlich war es die weiße Farbe und das phantastische Muster darauf - ???
Also hab ich sie fotografiert (sogar von Nahem!!!) und grübele nun weiter darüber nach, warum ich nicht schreiend davongelaufen bin.
Am Morgen darauf machten wir uns dann auf den Heimweg - mit dem Primeli auf der Rückbank.
Miss Medion hatte wieder ihren eigenen Kopf - laut Google Routenplaner hätten wir eigentlich Richtung Zürich fahren müssen, aber nein, Madame meinte, mich noch mit ein wenig Alpen direkt verwöhnen zu müssen.

Ich sah schon wieder "Gotthard" - na und???

Der nächste See - Walensee -
Und dann ging es weiter Richtung Bregenz - Lindau - Ulm - und weiter bis nach Hannover.
Das Alien vergrub sich zeitweise unter dem Katrinchen
und wenn ich müde wurde und ein Schlaf-päuschen einlegte, stand es auf mir und bewachte mich - hechelnd, denn auch ihm war es heiß.
Ein Zeichen, dass ich diese Reise so genossen habe, ist sicherlich, dass es 2 Tage dauerte, bis ich morgens beim Aufwachen schnallte, dass ich wieder im eigenen Bett liege...

Es war sooooooooooooooooooo schööööööööööööööööööön!!!!

Freitag, 13. August 2010

Urlaub in der Schweiz - (2) Spaziergänge

Natürlich sind wir auch ein wenig gewandert - vor allem, als ich Briggi im Touri-Büro besuchen sollte, und sie mir sagte "Gauo, kommst aber nicht mit dem Auto!"

Also packte ich das Alien und wir marschierten die Straße entlang, vorbei an der Rehaklinik, immer höher in den Wald, Serpentine rechts, links, rechts, dann neigte sich die Straße und es ging abwärts - Serpentine um Serpentine, in lauschiger Stille, die nur von vereinzelten Gebirgsbächlein, versprengten Wanderern und insgesamt 5 Autos unterbrochenwurde - oh ja, und diversen Verrückten, die auf sicherlich schweineteuren Sporträdern mit knackigen Wadeln für die Tour de Suisse (??) zu üben schienen.

Es war wunderschön, und ich bedauerte, meinen Foto nicht mitgenommen zu haben. Aber so nach einer Dreiviertelstunde beschlich mich langsam der Verdacht, dass dies dämliche Dorf wohl doch weiter weg läge als angenommen und Briggi einfach nur gescherzt habe, als sie meinte, ich solle zu Fuß kommen.

Also drehten wir um und schnauften langsam zurück - wenn Briggi Feierabend machte, was ja gleich sein müsste, dann würde sie uns logischerweise auf dem Rückweg aufgabeln.

Aber sie kam nicht, und so blieb uns nichts anderes übrig, als den gesamten Weg zurück zu laufen und dann staunend Briggi bereits auf der Terrasse vorzufinden.

"Ja welchen Weg bist Du denn gekommen?" fragte ich sie leicht erschöpft.
Sie deutete etwas verständnislos nach rechts unten und meinte "den - welchen sonst?"

Ah ja.
Es dämmerte mir langsam.
Das Dorf liegt rechts - und wir sind linksherum gegangen.
Zu Briggi's Touristen-Büro sind es ca 200 Meter.

Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, dass es rechts herum eine große Kurve macht und man es insofern nicht sehen kann...
Vielleicht lag es aber auch an leichtem Sauerstoffmangel - immerhin ist ein Flachländler keine 1200 m Höhe mehr gewöhnt...

Auf jeden Fall sind wir dann diese Tour noch einmal abgelaufen, und zwar mit Fotoapparat, so dass ich Euch ein wenig von der direkten Umgebund zeigen kann:

Schnecken - von ihrer zarten Seite:
es nebelt vom See und von oben....
Und so sieht es bei klarer Sicht aus:
Und hier mal das Gletscherpanorama
(Eiger, Mönch und Jungfrau):
Das Alien genießt seinen Aussichtsplatz
Ein ganz normaler Hydrant
Und einer von vielen Hydranten,
die von unbekannten Künstlern personifiziert wurden...

in den Berg hineingebaut...
Und hier der "Spycher" = das Speicherhäuschen (im obigen Foto links), in dem früher alle Vorräte und auch Wertgegenstände aufbewahrt wurden. Mit gebührendem Abstand vom Haupthaus, falls dieses einem Brand unterliegt, so dass wenigstens alles Lebensnotwendige weiterhin zur Verfügung stand.
Links von der Rehaklinik ein Wohn-Beton-Block, beschriftet pro Stockwerk mit: Licht Sonne Liebe Wärme Feuer .... Düfte Atmen ...

Ein zufälliges Glockenblumenarrangement
Ein großer Ameisenberg
Ich hätte es merken sollen - das Orstsschild kurz hinter der Reha-Klinik...
Bergbäche
Felswände - ich liebe diese Farben!!!!
Und was sehe ich? Eine August-Walderdbeere!!!
Lecker!!!!
Und Natur pur...
Und Reste...
Und - last, not least - zurück beim Reha-Zentrum -
ein eisernes Kunstwerk...
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