Mittwoch, 14. Oktober 2009

Holla - heute morgen war es aber wirklich sch... kalt!
Aber immerhin schien - und scheint noch - die Sonne.

Trotzdem - T-Shirt, Pullover und Dänemark-Woll-Dingens drüber und dann ab ins Wäldchen.
Mit Kamera, man weiß ja nie....

So langsam kennen mich auch die Renter/innen, die frühmorgens zum Netto oder Bäcker radeln oder mit dem Rollator wandern, und man lächelt sich mittlerweile friedlich zu, wenn die Herren mal wieder rechts und links gleichzeitig laufen und ich dann mit erhobenen Armen die Gegenbewegung in der Polonaise einleite - vielleicht erweckt es ja auch Jugend-Erinnerungen in dem einen oder der anderen....

Schwierig wird es immer dann, wenn ich die Kamera vor der Nase habe, das Objekt meiner Begierde focussierend, dabei die Herren zur Raison rufend, die nicht immer, aber immer öfter auch mal hören und ein Einsehen mit mir haben, welches manchem Neuling unverständlich ist, da sowohl das Alien als auch Arnie der Meinung sind, dies seien Fußwege, auf denen Radler toleriert werden und nicht umgekehrt.

Übrigens - ganz im Vertrauen - ich bin der selben Meinung.

Und heute Morgen ergab sich eine neue Pilz-Tour.

Die Fliegenpilze von neulich sind mittlerweile "verblüht" - dafür sind neue entstanden.

Und wenn wir dann so durchs Unterholz streifen, dann sieht frau plötzlich lauter neue Sorten - zum Teil am Boden, zum Teil an Baumleichen wachsend.

An gefällten, alten Baumstämmen:

Und dicht daneben, schon ein wenig marode
Und hier 3 Generationen aus dem Boden:
(weiß leider nicht, wie das Kerlchen heißt)Und wenn ich jetzt daran denke, daß Hannover vor hat, die Straßenbahn mangels Platz auf der Straße von hinten quer durch das Wäldchen zu bauen, dann krieg ich das Kotzen - auch wenn ich immer schimpfe, daß ich, sofern ich ohne Auto unterwegs bin, immer erst den Bus nehmen muß, um dann an dessen Endhaltestelle in die StraBa umsteigen zu können.

Als wir hier einzogen vor 21 Jahren, blickten wir auf eine kleine Wiese mit einem Fachwerkhaus, und dahinter war das Wäldchen. In dem Garten grasten und schnatterten weiße Enten, und es war einfach perfekt.

Hinter uns die Stadt und vor uns die Natur.

Dann kamen die Bagger, rissen alles ab udn pflügten es um und bauten einen Einkaufsladen (erst Coop, dann Netto) und Restaurationen im Halbkreis und pflasterten den Rest zu einem Riesenparkplatz.

Aber das Wäldchen ließen sie wenigstens unangetastet.
Na ja - vielleicht dauert das noch so lange, daß ich es nicht mehr erleben muß.

Kommentare:

  1. Hallo Mo,
    auch in Essen ist es trotz Sonnenschein lausig kalt...
    Alte Baumstümpfe sind gar nicht so tot,wie man an deinen Pilzfotos sieht.
    Liebe Grüße in deinen Tag, Monré

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  2. Dein Wäldchen mitsamt seinen Pilzen erinnernt mich immer wieder an die Au, die wir hier haben. Als ich hierher gezogen bin, waren rundherum riesengroße Wiesen und dahinter die Au. Ein paar Bauern gab es auch. Dann kamen neue Wohnsiedlungen, eine Schnellstraße, ein Einkaufszentrum, noch ein Einkaufszentrum, gerade ist wieder eine große Siedlung fertig geworden. Von den Wiesen ist nicht mehr viel übrig. Umso mehr hoffe ich, dass wenigstens die Au erhalten bleibt. Eine Firma hat schon Begehrlichkeiten geäußert. Ein Parkplatz muss her, und zwar genau in der Au. Wenn das nicht genehmigt wird, dann wird eben die Firma abgesiedelt. Und die Stadt, fürchte ich, lässt sich erpressen. Wirtschaftliche Notwendigkeiten. Bin zu blöd für sowas, ich versteh's einfach nicht.
    Liebe Grüße von Margot

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  3. Margot, ich bin weder so grün, daß ich auf die Barrikaden gehe noch so - wie ist die Farbe für bequeme Leute? - na eben so, aber ich finde es so traurig, daß die Stadt"väter" nie einen Kompromiß finden. Und es gäbe so viele....
    Nein, ich will meinen Strom aus der Steckdose und mein TV und Internet und die Heizung - aber bitte doch auch noch echte Natur, auch wenn sie unter Asylbewerber fällt.

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