Freitag, 11. Juni 2010

Gedanken....

Ich überlege manches mal, was ich - wenn wir eine eingebaute Returntaste hätten - eigentlich anders machen würde, wenn...

und jedes Mal komme ich zu der verblüffenden Erkenntnis - eigentlich nichts.
Denn alles hat einen Grund und eine Folge, mal traurig, schmerzhaft bis hin zu Verzweiflung, aber dann wieder fröhlich, glücklich bis hin zu tiefer Zufriedenheit.

Und was sich dazwischen abspielt, ist es - das Leben.
Und die eigene Entwicklung.

Und die ist, so glaube ich, nur möglich, wenn du durch alle die Aufs und Abs gehst und nicht nur stumpf vor dich hinlebst.

Sicher gibt es wichtige Dinge, die ich aus heutiger Sicht anders machen würde.
Aber dann hätte ich damals ja schon über den Erfahrungs- und Erkenntnisstand von heute verfügen müssen, zu dem ich mich ja erst einmal hinkämpfen mußte und der nächstes Jahr - oder vielleicht schon morgen - schon wieder ein ganz anderer sein wird.

Wobei - auch der Erfahrungsstand nutzt nicht immer, denn er ändert nicht unbedingt etwas an einer Situation, die eintritt.
Und das ist der Punkt, an dem ich dann erneut ins Grübeln komme - hätte ich also eine Situation anders gehandhabt - was wäre dann passiert? Wie hätte sich das auf mich oder meine Kinder oder meine Mitmenschen ausgewirkt? Wäre es - im Ergebnis der "Ursache / Wirkung" gesehen, wirklich besser gewesen?

Oder hätte sich der Lebensweg nur anders herum geschlängelt und ich wäre heute auch da, wo ich bin?

Über dieses Thema haben sich wahrlich klügere Menschen schon einen Kopf gemacht, ja ganze Religionen und Weltanschauungen sind darüber entstanden mit ebenfalls ihrenFolgen...

Nein, so eigentlich mache ich mir immer weniger Gedanken darüber, je älter ich werde.
Oder anders ausgedrückt - ich lande immer wieder an dem selben Ergebnis, nämlich dem, dass ich keine Angst haben muss, vor gar nichts.

Es hat alles seinen Sinn, auch wenn ich ihn aktuell nicht immer verstehe - auf jeden Fall habe ich - für mein Leben - festgestellt, dass dieser Sinn ein positiver ist. Und dass es mein Leben gut mit mir meint, ich zwar manchmal schon ziemlich deftig einen auf die Mütze bekommen habe und sicher auch noch wieder bekommen werde, mir dann meine Auszeiten nehme, in denen ich mich auch schon mal ausheule und am liebsten von der Bildfläche verschwinden möchte (auch das habe ich schon mal versucht - ging aber schief, sprich, ich bin immer noch da - Erkenntnis: mo, dein Job ist hier im Spiel, kneifen gildet nicht!).

So weit, so gut.

Das Einzige, was nicht in alle diese Erfahrungen und Überzeugungen passt, sind die Fragen:
  • Warum darf ich hier leben und muß es nicht z.B. in einem Kriegsgebiet?
  • Warum bin ich immer noch relativ gesund? (so denke ich doch)
  • Warum habe ich so ein unerschütterliches Vertrauen in mein Leben?
Ich weiß es nicht.
Ich kann nur jeden Tag Danke! dafür sagen.

Und Euch Mut machen, wenn Ihr mal wieder so richtig durchhängt, einfach mal danach zu suchen, wo das Positive an der Situation liegen kann.
Oder warum - immer unter einem positiven!! Aspekt betrachtet - Euch jetzt gerade das passiert.
Und wenn Ihr nicht sofort eine Antwort findet - na und?
Leben ist auch spannend!
Die kommt schon noch, keine Sorge.

So nach dem Motto "hätte der Hund nicht gesch..., hätte er den Hasen erwischt" sollte man mal sein Leben mal rückwärts abspulen.
Und glaubt mir, es ist faszinierend, welche Zusammenhänge sich da auftun.

So, jetzt reicht es aber -
ich musste das nur mal los werden.

Kommentare:

  1. Puh, mo, so schwere Kost zum Frühstück....
    Aber ich philosophiere auch so gern. Es tun sich so viele Gedanken auf....

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  2. Rosi - Du frühstückst doch gar nicht- zumindest noch nicht um diese Zeit.... *lol*

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  3. Danke mo, du hast recht. Vor einigen Jahren, es kamen bei mir gerade einige nicht gerade leichte Dinge zusammen, nähte ich einen Quilt und der heisst: ES GIBT IMMER EINEN WEG.....! Dies ist bis heute mein Motto geblieben - in schwierigen Tagen denke ich daran.

    Herzliche Grüsse, Brigitte

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  4. Danke liebe Mo,
    sprichst mir voll aus dem Herzen. Mittlerweile bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass bei mir alles wohl so passieren musste, sonst wäre ich heute wahrscheinlich nicht so glücklich und zufrieden. Vielleicht eine Fügung von oben? Oft kann aus einem Unglück ein großes Glück entstehen.
    Bussi
    Christa

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  5. Es tut gut zu lesen, dass man nicht allein so empfindet und denkt.

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  6. Ja mo

    das muß so sein,es geht immer weiter ( muß weiter gehen ) egal was kommt.

    LG

    Conny

    Was macht das frei Sticken ?

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  7. Was ist den bei dir hier los? Also gut.

    Ich möchte aber gleich vorweg anmerken, dass ich
    a) wirklich nicht am Tod von Beethoven beteiligt gewesen wäre und
    b) wahrscheinlich als Kriegsverbrecher geendet wäre. Jedenfalls ist meine Wahl auf Hitler gefallen.

    Aber es ist auch interessant und passt wiederum auch irgendwie. Was wäre wenn…gewesen. Was hätte, oder würde ich anders machen wollen, oder gar bereue? . NICHTS!!!

    Wie sollte das auch funktionieren? Im ersten viertel deines Lebens lernst du und denkst du musst auf Biegen und Brechen „leben“, weil du vielleicht auch Angst hast, etwas zu verpassen. Im zweiten Viertel kommt neben dem bewussten noch der „unbewusste“ Lernprozess hinzu. Man fängt vielleicht an sich entsprechend in seinem Leben häuslich einzurichten und vielleicht hier und da zu arrangieren. Im dritten Viertel kommt verstärkt das Bewusstsein und das Erkennen hinzu. Vom Verstehen ganz zu schweigen. Du übernimmst Sachen und Gewohnheiten, welche dir vielleicht „suspekt“ erscheinen, die du vor Äonen deiner eigenen Lebensspanne vielleicht mal bei anderen kritisiert oder gar angeklagt „hättest“. Du freust dich über einen Sonnenaufgang, weil du ihn bewusster erleben kannst und nicht immer auf der Jagd bist. Du befreist dich einfach aus deiner eigenen Sklaverei, fängst an die Welt auf einmal in ihrer ganzen Tragweite zu sehen, aber nicht zu verstehen. Das werden wir wahrscheinlich nie. Manche schaffen es sogar gerade in dieser Zeit sogar vielleicht total neu und ganz von vorne noch einmal anzufangen. Respekt. Und im letzten viertel, sammelst du deine ganze Energie, um vielleicht nicht nur deine Erfahrungen weiter zu geben, sondern sogar davon zu leben. Du geniesst und lehnst dich zurück. Du beobachtest dein Umfeld und vielleicht auch den Rest der Welt und lächelst wissend, dass jene „rennende“ Menschen dich wahrscheinlich jetzt nicht verstehen werden, aber selber auch diese Erfahrung machen müssen und machen werden. Das dass Leben nicht nur aus Terminen, Verabredungen oder gar Erfüllungsständen besteht, sondern dass genau vor und neben uns auch noch ein anderes Leben existiert. Du weist, dass du selber auch einmal so warst. Hier schliesst sich dann der Kreis wieder und beginnt vielleicht an anderer Stelle von neuem und auf andere Art.

    Ich persönlich habe bis heute mit Sicherheit einige Fehler gemacht, welche mir nicht zum Ruhm gereicht werden können. Ich habe aber auch aus ausweglosen Situationen und Momenten für mich gelernt. Ich habe niemals die Hoffnung aufgegeben, wenn es vielleicht sogar Hoffnungslos erschien. Und wenn, dann ebend auf der verbrannten Erde neu aufgebaut. Wenn es links nicht weiter ging, habe ich halt rechst im Lebenslabyrinth mir einen Weg gesucht und auch gefunden. Und ich bereue nichts. Egal wie „besch…eiden“ es manchmal mir ging und erging. Ich hatte Freunde und weniger sympathische Wegbegleiter. Aber ich lebe immer noch, gehe meinen Weg und weis, dass ich eine „starke“ und liebenswerte Freundin und Partnerin an meiner Seite habe, die sich aber genauso auf mich verlassen kann. Das liebe Mo macht mich stark und gibt mir jeden Tag die Kraft, die ich manchmal leider nicht mehr in mir spüre.

    Wünsche dir aber noch einen gesunden Start ins neue Juniwochenende.


    LG rolf

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  8. Liebe Mo,
    mir geht's genau so! Jedenfalls frage ich immer weniger nach dem "Warum?" und "Wieso?", dafür eher nach dem "Wozu?" Irgend etwas gibt es in jeder Situation zu lernen...
    Irgendwie glaube ich schon, dass es vor allem die schwierigen, schmerzhaften Lebenslagen sind, in denen wir willens sind, zu wachsen. Vielleicht aus der Erfahrung heraus, dass nur so die Dinge sich ändern können. Und wenn es "nur" die eigene Haltung ist...
    Manchmal ist es tatsächlich nur der eigene Blickwinkel, der darüber entscheidet, ob ein bestimmtes Ereignis eine Katastrophe oder eine Chance ist - aber oh je, welch weiter Weg ist es bis zu dieser Erkenntnis! Und welche Herausforderung ist es, bezüglich der alltäglichen Widrigkeiten diese Haltung zu bewahren und ebenso stur zuversichtlich zu bleiben, wie wir früher in vergleichbarer Situation zu verzweifeln meinten!
    Tja, that's life and life only! ;-)
    Herzliche Grüsse,
    Katarina

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