Donnerstag, 7. Oktober 2010

Was ist eigentlich Freundschaft?

Ich bekomme ja jedesmal so eine gewisse Nackenhaarstarre, wenn ich z.B. bei FB lese "als FreundIn" hinzufügen.

Hey - warum merkt eigentlich keiner, dass hier ein uralter Begriff, der die Nähe, Vertrautheit, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit mit- und untereinander definiert, völlig pervertiert wird?

Freundschaft -

ich habe schon viele geschlossen.
Als Kind, Teenie, Erwachsener...

Und wenn ich jetzt so mal übersehe, welche "Freundschaften" dann wirklich Freundschaften waren und welche Klippen, die sich so im Leben ergeben, überstanden haben, dann reduziert sich das gewaltig auf die Menge, potenziert sich aber in der Qualität.

Uff.
Mal drüber nachdenken, was die mo da gerade für eine Erkenntnis abgelassen hat.
(isset nich schöön, wenn frau sich auf die Lebenserfahrung berufen kann??? *lol*)

Warum komme ich auf dieses Thema?
In einem der vielen Foren, in denen ich mich herumtreibe, geht es gerade um das Thema "Freundschaft".

Was kennzeichnet Freundschaft - und was unterscheidet sie von allen anderen Verbindungen?

Für mich persönlich: ich mag jemanden, akzeptiere seine Stärken und Schwächen, kann aber auch ehrlich mit ihm darüber diskutieren, kritisieren, wenn denn nötig, respektiere ihn, und akzeptiere auch, dass er genauso denkt - also mich kritisiert, lobt, bremst, anfeuert...
Sprich: Freundschaft basiert auf Vertrauen und Akzeptanz.

Freundschaft muß auch nicht täglich "gepflegt" werden - ich habe z.B. Freunde/innen (die ich unter den o.g. Kriterien einordne), mit denen ich monatelang keinen Kontakt habe, aber das ist auch gar nicht nötig - denn wir sind ja Freunde (sofern die Kriterien stimmen).

Alles andere ist Internet-Gedudele, Bla-bla ... schön fand ich auch den amerikanischen Spruch "Rent a friend" für den Psychiater....
Ja wenn's denn hilft - aber mein Püschiater ist niemals mein Freund, sondern höchstens jemand, der es im besten Falle gut mit mir meint (mal abgesehen von der Abrechnung).

Im Deutschen haben wir ein Wort, das es besser trifft " mein/e Bekannte/r" - denn, und jetzt werd ich mal tiefsinnig - "bekannt" heißt noch nicht "ich kenne dich".

Und meine Freunde kenne ich.
Und sie mich auch.
Mit all unseren Schwächen und Stärken.
Und die dürfen mir auch was sagen, was ich vielleicht nicht so gerne höre.
Denn ich vertraue ihnen.
Auch wenn ich dann mal so 2-3 Tage mucksch bin.
Weil - sie meinen es gut mit mir.
Und geben mir Zeit, mich zu überdenken.
Und genauso mache ich es mit jedem von ihnen.
Denn ich liebe sie.
Denn sie sind Freunde.

Und wer in dieses Schema nicht passt (obwohl es doch so weitmaschig ist!), der nutzt mich aus.
Vielleicht - im besten Fall - unwissentlich.
Aber er saugt meine Energie ab, meine Zeit -
und mir ein schlechtes Gewissen einreden will.
Und letztendlich nur dafür, dass er sich besser fühlt
aber nichts lernt.
Das will er ja auch gar nicht.
Es geht doch so.

Schuldgefühle erzeugen...
boah, was für ein Erfolg!!!

Tut mir leid.
Nicht mit mir.
Ich helfe niemandem, der meint, mich unter dem Stichwort "Freundschaft" erpressen zu wollen.
Um es mal ganz hart zu formulieren.

Und mehr möchte ich jetzt dazu nicht sagen.

Kommentare:

  1. Du hast es mal wieder auf den Punkt getroffen!!!
    Ich tu mich generell mit dem Begriff "Freund/Freundin" schwer. Diesen "Titel" bekommen auch bei mir nur sehr sehr wenige und das aus gutem Grund. Freundschaft ist für mich ein gegenseitiges Nehmen und Geben, alles andere funktioniert nicht!
    Die handvoll Freunde die ich habe, die weiß ich sehr sehr sehr zu schätzen und da bedarf es manchmal keiner großen Worte oder Gesten, man versteht sich eben und kann sich zoffen, miteinander lachen, miteinander leiden. Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich "gefühlt ein Jahr" nicht gehört oder gesehen hat. Ich bin überzeugt davon, dass man solche Menschen nicht oft im Leben trifft.

    LG Heike

    AntwortenLöschen
  2. Du hast ein schwieriges Thema angestoßen, ich denke aber, dass sich der begriff selbst auch gewandelt hat und man vielleicht nicht zwingend nur noch hohe Anforderungen an den Begriff einer Freundschaft stellen sollte. zugegeben, bei FB die Leute Freunde zu nennen ist hirnloser Unfug, aber ich bezeichne auch durchaus bekannte als freunde, die ich selten sehe, mit denen mich deshalb nicht wirklich viel verbindet, die aber in den wenigen Momenten des Jahres für mich da sind oder ich für sie , wenn es eben mal wieder an der Zeit ist.

    Was sind das dann? Entfernte Freundeß Seltenheitsfreunde? Also für mich sind es einfach Freunde.

    Ich wünsche dir ein wundervolles Herbstwochenende

    LG Shoushou

    AntwortenLöschen
  3. Klar bezeichne ich auch mal Menschen, die ich mag, aber mit denen mich vielleicht nur einzelne Situationen verbinden, als "Freunde" - weil sie halt mehr sind als nur "Bekannte".

    Nur, wenn ich so ein Thema anstoße, hat das ja auch meist einen Grund... vorher denkt man doch gar nicht darüber nach.

    "Freund/Freundin" ist ja nun mittlerweile ein Allerweltsbegriff in der deutschen Sprache geworden, der schon ergänzende Worte braucht, um "einsortiert" zu werden - "Busenfreundin" - "echter Freund" - "platonischer Freund"... usw.
    Gleiches gilt für "Freundschaft" ... Kameradschaft, Kumpelei, Clique, Team...

    Mir reicht es auch völlig, wenn ich Euch mal anstuppsen konnte, über diese Begrifflichkeiten nachzudenken...ist mir doch auch nicht anders ergangen (ohne dass ich das Thema erschöpfend behandeln will oder kann).

    Bussi!

    PS: ich wehre mich einfach nur gegen die Verödung eines Wortes. Ob Freund oder (guter?) Bekannter, Urlaubsbkanntschaft oder jemand, den ich kenne, Kollege, Kamerad ... vom Gefühl her wissen wir zu unterscheiden.
    Zumindest, wenn wir ehrlich sind.

    AntwortenLöschen
  4. Wörter entwickeln sich mit der Zeit.
    Wir hier im Blog könnten damit beginnen, einige neue Wörter für Freundschaft zu finden! ;)

    /JETZT KOMMTS/
    Wenn ich sage: "Du bist mein Freund." Dann habe ich die Worte an das Universum geschickt und es wird wahr. ;)

    AntwortenLöschen
  5. Hallo Mo,

    Du hast den Begriff Freundschaft
    verdammt gut definiert.
    Dem simme ich 100%ig zu.
    Echte Freundschaft ist was sehr kostbares und man sollte pfleglich damit umgehen.

    Lg Rena

    AntwortenLöschen

Hier freue ich mich über Eure Kommentare...

Related Posts with Thumbnails