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Freitag, 16. Juli 2010

ein Grand Bubu...

... ist das traditionelle Gewand der Männer im Senegal (die Frauen tragen den Bubu).

Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie aus einer wunderbaren Baumwolle sind, aus zwei Rechtecken bestehen, die an den Auschchnitten (Hals und Brust) i.d.R. reich mit (meist Maschinen-) Stickereien verziert sind und vorne am Bauch eine oft nicht erkennbare große Eingrifftasche haben.

Die Fotos hat Anja gestern schnell mal geschossen, und wir hatten so richtig viel Spaß dabei!
Ungeschminktes Model - ja wo jibbet das denn??
Vielleicht werde ich jetzt ja als moppel-model entdeckt ...
Mit Alien natürlich...

Dieser heißgeliebte Grand Bubu von dem senegalesischen Musiker ist mir zwar etwas zu lang - die Kerls hören dort so spät mit dem Wachsen auf - aber was macht es schon - wer lang trägt, darf auch mal schleifen lassen.
Haben unsere Urgroßmütter auch schon getan.

Besagter Musiker hatte einen für "Weiße" verständlichen Namen - war es Frank (die Engländer verstehen das auch und sagen dann Fränk und selbst die Spanier können mit dem Namen was anfangen *lol*)?
Ach ne, so hieß der ägyptische Besitzer meines Lieblingskamels Moses (auch Moses ist international gut auszusprechen und wieder zu erkennen)

Nein, er hieß also anders - wobei ich später sowohl von Frank als auch von dem Senegal-Mann glühende Liebesbriefe nach Hause bekam... ich denke, da muss doch irgendwo ein Bakschisch-Loch im Datenschutz-Zaun sein....

Egal - wir waren mit einer Riesentruppe dort zu einem Auslandsseminar und saßen draußen beim Mittagessen, die Warane, die immer zum Frühstück vorbeikamen hielten Siesta und Senagal-man spielte mit seinem Vater Gitarre dazu.

Und hatte diesen göttlichen Grand Bubu an.
Mit türkisem Hemd und Hose drunter.

Mein Gott, sahen die beiden umwerfend aus - Grand Bubu und Senegal-man!

Mich ritt dann mal wieder der sogenannte Teufel, als mich einige Leute frozzelten und meinten - mo, den Bubu hätteste doch auch noch gerne, oder?
OK, OK - ich war voll auf dem Bubu-Trip.

Ich preschte vor und sagte: wetten, ich bekomme ihn?
Nee, den bekommste nicht!
Doch!
Nee!
Doch, und zwar jetzt noch gleich!
Niieeee!
Wetten?
Wetten!

Ich weiß nicht mehr, um was wir gewettet haben - irgendetwas Harmloses, denn eigentlich mag ich keine Wetten, weil ich eh immer verliere (da dürften die, die mich kennen, doch eigentlich langsam geschnallt haben, dass ich nur wette, wenn ich mir 200%ig sicher bin...).

In diesem Falle war ich es nicht - aber mich ritt ja besagter Teufel und wir waren im Arbeitsurlaub und ganz tief innen sprach eine Stimme zu mir: geh und hol dir deinen Bubu....

Gut, Vater und Sohn machten Pause und ich gesellte mich dazu und wir machten einen Deal.
Keine Ahnung, was ich ihm bezahlt hatte - es waren nur einige DM gewesen - wir haben ein wenig gehandelt und waren dann beide glücklich, so wie es sein muss.

Nun musste er das Teil aber noch ausziehen, was er dnn auch lachend tat, denn er hatte ja absolut noch was Attraktives darunter (ich meine blau-türkises Hemd und Hose) und ich hatte meine Wette gewonnen.

Natürlich habe ich den Grand Bubu dann nicht angezogen, sondern nur meinen Wettpartnern gezeigt - und ich hab ihn auch während der Zeit im Senegal nicht getragen, denn es ist ein wunderbares Stück, und ich weiß eben nicht, ob es dem Senegal-man vielleicht peinlich gewesen wäre. Wahrscheinlich nicht, aber ich denke, so manchen Deal sollte man ruhig im Stillen abwickeln.

Ich hab zu der Zeit natürlich auch einige ganz normale Bubus gekauft - aber an diesem braunen hängt mein Herz, denn er ist ganz was Besonderes...

Samstag, 22. August 2009

Wetter....

Nun hat es gestern nachmittag und wohl auch heute nacht hier behaglich vor sich hingeregnet - nein, Schirm war nicht unbedingt nötig - und es riecht endlich mal wieder unheimlich erdig im Wäldchen.

Da aber der Morgen glasklar und hellblau gestartet ist und sich nur vereinzelte leichte helle Schlieren am Himmel befinden, durchkreuzt von einigen Kerosinfährten großer, silberner Vögel, die in mir immer ein gewisses Fernweh wachrufen, wird es wohl wieder heiß werden.

Und das bisschen Regen hat nicht wirklich etwas gebracht.

Die Brennesseln und das Franzosenkraut im Wäldchen sehen trotz schattiger Plätze aus, als könne man sie gleich fertig getrocknet zu Tee brühen, und die Aaronstäbe, die, anstatt sich wie gewohnt mit ihren roten Perlen stolz empor zu recken, hängen immer noch irgendwie wie leicht beduselt Richtung Waldboden.

Das Bächlein, das sich wohl aus irgendwelchen Kanalisationen speist, führt trotz der nächtlichen Berieselung kaum mehr Wasser und wird heute nachmittag wieder pfurztrocken sein.

Allerdings hat sich ein wenig Feuchtigkeit (morgens um 06:45 Uhr) zumindest an den Gräsern und auf dem laubbedeckten kleinen Pfad am Kindergarten gehalten - mit dem Erfolg, daß mo mit ihren Croqus beinahe einen doppelten Rittberger und sich damit selber hingelegt hätte.

Ich finde es wirklich ungerecht, daß so etwas immer ohne öffentliche Beurteilung stattfindet.
Niemand war da, der diese meine ungemein sportliche und sicher auch hochelegante Leistung gewürdigt hätte.

Ja, OK - die beiden Herren - aber auch die haben nicht zugeschaut, sondern waren mit Schnüffeln unter irgendwelchen Büschen beschäftigt.

Wie nennt man die Hinterteile bei Rehen?
Blume?
Auf jeden Fall sehe ich auf diesem Gassistück sehr viele Blumen.
(Möge jeder Interessierte mal selber googeln, wie ein schwarz-rotes Zwergpinscherhinterteil aussieht)

Wobei ich dieses auch noch als Erschwerniszulage werte, denn immerhin hatte ich auch noch zwei Gummileinen mit den Herren dran in den Händen... hätte mich also gar nicht abstützen können.

Warum also bitte hat man immer nur dann Publikum, wenn's einen wirklich schmeißt? Und die Leute dann entweder prustend weggucken, weil's so komisch aussieht, oder gleich mit dem 1.Hilfe-Syndrom über einen herfallen.

Nur weil man keine 12 mehr ist.
Na ja, vielleicht sollte ich mich mal langsam damit anfreunden, daß ich eben keine 12 mehr bin.

Egal.

Ich wünsche allen meinen Lesern ein entspannendes Wochenende und bin selbst voller guter Vorsätze, was ich noch alles erledigen muss/will.

Mats befindet sich langsam in Richtung Abflug aus einem hoffentlich wunderbaren Siam-Urlaub, und ich kann es soooooooooooo verstehen, was Du dabei wohl empfinden wirst.... nun denn, wir lesen uns! Bussi!

Dienstag, 7. Juli 2009

Wäldchen und Denkmäler....

Was ich noch erzählen wollte...

Am Sonntag früh um 07:10 (wie gesagt... Aliens Darmwecker klingelt pünktlich) wollte der Herr des Hauses nicht um den Block, sondern in den Wald spazieren.

Der Wald - eher ein "Wäldchen", so eine Art völlig verlodderter Park, was das Unterholz angeht, mit zwei relativ gepflegten breiten Hauptwegen, einem wundervollen Baumbestand, einem mickrigen Bächlein (je nach Regenstand), einer Wiese für Maulwürfe und Hunde, einer zweiten, kleineren mit Sanfkiste und Kletterturm für Kinder (Hundeverbot), zunehmenden Bärlauchbereichen, Pilzen, jeder Menge Singvögel - kurzum, so eine kleine Mini-Eilenriede (Hannover's grüner Stolz) von gefühlten 1000 m Länge und 300 m Breite und rundum umgeben vom Stadtteil mit all seinen Straßen, Autos und Häusern.

Auch werktags ist dieser kleine Grüne Fleck eine relativ stille Oase, sieht man einmal von den Radfahrern ab, von denen die meisten eh meinen, sie hätten grundsätzlich Vorfahrt gegenüber allem, was sich da sonst noch auf ihrer Strecke bewegt.

Aber Sonntags früh um 07:10 - die Augen schließen und Natur pur genießen, d.h. Stille und Vogelgezwitscher aller Art einschließlich des Buntspechtes, der dazu mit seinen Stakkatos den Pepp dazu gibt.

Natürlich laufe ich nicht mehr mit geschlossenen Augen, seitdem der Schwankschwindel vorbei ist, sondern habe sie weit offen und genieße und staune - wie eben an diesem Sonntagmorgen auch.

Neben dem Hauptweg rinnt das Mickerbächlein, und auf der anderen Seite (hier: rechts) kommt gleich nach der Brennesselböschung ein Maschendrahtzaun (den jibbet nicht nur in Sachsen), der ein kleines Grundstück voller Unterholz, Fichten, Birken, Eichen, Sträuchern und was sonst noch immer einfriedet.
Ein Eldorado für nistende Vögel, weil da kein Mensch freiwillig reingeht, sondern höchstens mal eine Bierflasche oder Plastiktüte über den Zaun wirft.

Und genau da vor dem Zaun bewegt sich ein Tier - Hund? Dobermann? jibbet rehbraune Dobies? ja, Rehpinscher (von wegen der Farbe) schon - aber Dobermänner (ebenfalls aus der Pinscher-Familie)???!!! - auf jeden Fall versucht das Wesen, irgendwie in dieses Gestrüpp zu kommen und läuft relativ ruhig, aber konsequent den Zaun entlang - hin und her.

Ich gehe ein paar Schritte weiter und erkenne:
ein REH! Nein, ein ganz junger Bock mit man gerade so ca. 20 cm Hörnchen auf dem Kopf.
Mitten in der Stadt.
In unserm Misburger Wäldchen

Das Alien ist desinteressiert. Möchte weiter. Ich nicht. Bin fasziniert.

Das Böckchen ist ebenfalls desinteressiert an uns und nur fixiert auf den Maschendrahtzaun, denn es will da rein.

Un-pe-tinkt!
wie Dagmar schreiben würde.
Eben-t!
wie Rosi sagen würde.

Da ich anscheinend keine Bedrohung für das Böckchen darstelle, rede ich natürlich mit ihm (ist ja sonst kein Mensch weit und breit, der uns stören könnte) und versuche, ihm klarzumachen, daß er nur weiter nach rechts muß, du Depp, damischer - bist doch auch da rausgekommen oder wo sonst?
Irgendwann hat es kapiert und trabte nach rechts - immer schön am Zaun lang, bis er zu dem niedergemorschten Gatterchen kam - und weg war er.

Leider hatt ich meinen Foto nicht dabei - dafür habe ich heute morgen ein wenig geknipst....

Unser Wäldchen frühmorgens:


Die alten Hainbuchen...
Und der Aaronstab breitet sich jedes Jahr weiter aus....

...bald wird er wieder so prachtvoll mit seinen leuchtenden (giftigen!!!!) Beeren seine Akzente im Laub setzen.
Und neben dieser ganzen naturverbundenen Idylle jibbet dann noch die Gedenkstätte für ehemalige und noch aktive Gewerbetreibende.
Gottseidank nicht im Wäldchen, aber keine 100 m davon entfernt.
Das Glockenspiel klingelt - mittlerweile reduziert - täglich mehr oder weniger seine Melodien zur vollen Stunde.
Und klar - ist ja noch Platz auf dem Grünbeet ....
Also hat der Zahntechniker dann später diesen Molaren (Backenzahn) aufgestellt - Ob er den wohl mitnimmt, wenn er sein Labor mal verlegt oder in den wohlverdienten Ruhestand geht?
Ich hab mich ja schon mal hier gefragt, wem das nützen soll - aber vielleicht ist es ja auch nur ein legitimes Abschreibeobjekt.
Wollen wir doch mal hoffen, daß es dafür nicht auch noch Agrarsubventionen gegeben hat, weil der statt im Kiefer in der Erde steckt.... und dann noch mit Buchsbaum und Buchsbaum-Initialen umsäumt ist.
Immerhin taugen beide Objekte genial zur Wegbeschreibung, wenn jemand hier im Umkreis mal Besuch erwartet, der den Weg noch nicht kennt....
Ach, was macht Lästern manchmal Spaß!!!!
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